Castel di Sotto liegt im unteren Teil der Gemeinde Novazzano, am Ende einer Strasse, die zum historischen Kern von Castel di Sotto führt. Die Ursprünge des Kerns von Castel di Sotto gehen auf die longabardische Zeit zurück, als im 6. Jahrhundert der subtus Castellum errichtet wurde, von dem das Gebiet seinen Namen hat. Der Ort wurde im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen und gilt als regional bedeutsam.
In verschiedenen Publikationen werden die heute noch sichtbaren Umfassungsmauern als Überreste der langobardischen Burg bezeichnet. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um ein mittelalterliches Erweiterungsbauwerk handelt. Die genaue Lage und der Kern der ursprünglichen langobardischen Anlage bleiben ungewiss, da sich die Morphologie des Geländes im Laufe der Jahrhunderte – unter anderem durch den Betrieb einer nahegelegenen Tongrube bis Ende der 1970er Jahre – stark verändert hat.
Die Mauern prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild und stellen einen integralen Bestandteil der Geschichte und des Charakters des Ortes Novazzano dar. Im Sommer 2025 war während sechs Wochen eine Gruppe Zivis in Novazzano im Einsatz, um die historischen Mauern fachgerecht zu verfestigen und instandzustellen.